Wer seine Energiekosten senken möchte, sollte zunächst den eigenen Gasverbrauch berechnen können oder kennen. Viele Verbraucher erhalten zwar regelmäßig eine Gasabrechnung, wissen jedoch nicht genau, wie sich der Verbrauch zusammensetzt. Dabei hilft ein besseres Verständnis dabei, Sparpotenziale zu erkennen und die monatlichen Kosten realistischer einzuschätzen.
Was ist der Gasverbrauch?
Der Gasverbrauch beschreibt die Menge an Erdgas, die ein Haushalt oder ein Gebäude innerhalb eines Zeitraums nutzt. In den meisten Haushalten wird Gas hauptsächlich zum Heizen und zur Warmwasserbereitung verwendet. Der Verbrauch hängt somit davon ab, wie oft und wie intensiv diese Anwendungen genutzt werden.
Gemessen wird der Gasverbrauch zunächst über den Gaszähler. Dieser erfasst die durchgeleitete Gasmenge in Kubikmetern (m³). Da für die Abrechnung jedoch nicht das Volumen des Gases, sondern dessen Energiegehalt entscheidend ist, wird auf der Gasrechnung eine Umrechnung in Kilowattstunden vorgenommen. Die Kilowattstunde gibt an, wie viel nutzbare Energie im verbrauchten Gas tatsächlich enthalten ist.
Gasverbrauch berechnen: Die Formel
Um den tatsächlichen Energieverbrauch zu ermitteln, wird der gemessene Verbrauch in Kubikmetern (m³) in Kilowattstunden (kWh) umgerechnet. Diese Umrechnung ist notwendig, da Gaszähler zwar das Volumen des verbrauchten Gases messen, die Abrechnung jedoch auf Basis der enthaltenen Energie erfolgt. Die Berechnung erfolgt mit folgender Formel:
Gasverbrauch (kWh) = Verbrauch in m³ × Brennwert × Zustandszahl
Der Brennwert gibt an, wie viel Energie in einem Kubikmeter Gas enthalten ist. Die Zustandszahl berücksichtigt zusätzlich äußere Bedingungen wie Druck und Temperatur, damit der Verbrauch unter einheitlichen Bedingungen berechnet werden kann.
Beispiel zur Berechnung des Gasverbrauchs – Gasverbrauch berechnen
Angenommen, ein Haushalt hat im Laufe eines Jahres einen Gasverbrauch von 2.000 m³. Das bedeutet, der Gaszähler hat insgesamt 2.000 Kubikmeter Erdgas erfasst. Auf der Gasrechnung „Gasverbrauch Einfamilienhaus“ stehen außerdem folgende Werte:
- Brennwert: 11,1 kWh/m³
- Zustandszahl: 0,95
Nun werden diese Werte in die Formel von oben eingesetzt: 2.000 m³ × 11,1 kWh/m³ × 0,95 = 21.090 kWh
Zuerst wird die verbrauchte Gasmenge (2.000 m³) mit dem Brennwert multipliziert. Dadurch erhält man die theoretische Energiemenge des Gases. Anschließend wird dieser Wert mit der Zustandszahl multipliziert, um äußere Einflüsse zu berücksichtigen. Das Ergebnis zeigt den tatsächlichen Energieverbrauch des Haushalts: 21.090 Kilowattstunden pro Jahr.
Sowohl der Brennwert als auch die Zustandszahl sind auf der jährlichen Gasrechnung oder der Abrechnung des Versorgers angegeben. Sie werden vom Netzbetreiber festgelegt und können je nach Region leicht variieren.
Durchschnittlicher Gasverbrauch im Haushalt
| Haushaltsgröße | Durchschnittlicher Gasverbrauch |
|---|---|
| 1 Person | 5.000 bis 8.000 kWh |
| 2 Personen | 8.000 bis 12.000 kWh |
| 3 bis 4 Personen | 12.000 bis 20.000 kWh |
| Einfamilienhaus | 20.000 bis 35.000 kWh |
Der Gasverbrauch eines Haushalts hängt von mehreren Einflüssen ab: Wohnfläche, Baujahr des Gebäudes, Dämmung und Heizverhalten. Aber einige Faktoren haben dabei einen besonders großen Effekt und bestimmen maßgeblich, wie hoch die Heiz- und Energiekosten ausfallen.
Gebäudedämmung
Die Dämmung ist einer der entscheidendsten Faktoren für den Gasverbrauch. Gut gedämmte Gebäude verlieren deutlich weniger Wärme über Außenwände, Dach und Kellerdecke. Dadurch muss die Heizung weniger Energie aufwenden, um eine angenehme Raumtemperatur zu halten.
In schlecht gedämmten Altbauten entweicht dagegen ständig Wärme nach außen. Das führt dazu, dass die Heizung häufiger und länger läuft, was den Gasverbrauch erheblich erhöht.
Heizverhalten der Bewohner
Das Heizverhalten hat direkten Einfluss auf den Energieverbrauch. Bereits kleine Änderungen können große Auswirkungen haben.
Dazu gehört beispielsweise, welche Raumtemperatur eingestellt wird, wie lange und wie häufig geheizt wird und ob Fenster korrekt genutzt werden (Stoßlüften statt Kipplüften). Schon eine Reduzierung der Raumtemperatur um 1 °C kann den Verbrauch spürbar senken.
Effizienz und Zustand der Heizungsanlage
Auch die Technik spielt eine wichtige Rolle. Moderne Gas-Brennwertheizungen arbeiten deutlich effizienter als ältere Heizwertgeräte, da sie zusätzlich die Wärme aus den Abgasen nutzen.
Eine schlecht gewartete oder falsch eingestellte Heizungsanlage verbraucht hingegen unnötig viel Energie. Regelmäßige Wartungen und optimale Einstellungen sorgen dafür, dass die Anlage effizient arbeitet und kein Gas verschwendet wird.
Wohnfläche und Gebäudetyp
Je größer die zu beheizende Fläche ist, desto höher ist in der Regel auch der Gasverbrauch. Ein Einfamilienhaus benötigt deutlich mehr Energie als eine kleine Wohnung.
Auch der Gebäudetyp spielt eine Rolle: Reihenhäuser oder Wohnungen in Mehrfamilienhäusern profitieren davon, dass sie weniger Außenflächen haben und dadurch weniger Wärme verlieren als freistehende Gebäude.
Warmwasserverbrauch
In vielen Haushalten wird nicht nur geheizt, sondern auch Warmwasser über Gas erzeugt. Der tägliche Verbrauch beim Duschen, Baden oder Geschirrspülen hat daher einen direkten Einfluss auf den Gesamtverbrauch. Auch kalte Winter führen meist zu einem höheren Gasverbrauch als milde Heizperioden.
Lange Duschzeiten, häufige Nutzung von heißem Wasser oder mehrere Bewohner im Haushalt können den Gasverbrauch deutlich erhöhen.
Wie kann man den Gasverbrauch senken?
Den Gasverbrauch zu berechnen ist einfacher, als viele Verbraucher denken. Mithilfe des Zählerstands sowie der Angaben zu Brennwert und Zustandszahl lässt sich der Energieverbrauch genau bestimmen. Wer seinen Verbrauch regelmäßig überprüft, kann seine Heizkosten besser kontrollieren und Energie sparen. Gerade in Zeiten steigender Energiekosten lohnt es sich, den eigenen Gasverbrauch im Blick zu behalten und Sparpotenziale konsequent zu nutzen.
Wer seinen Gasverbrauch kennt, kann gezielt Maßnahmen zur Reduzierung der Heizkosten umsetzen. Viele dieser Maßnahmen lassen sich ohne großen Aufwand im Alltag integrieren. Schon kleine Anpassungen im Verhalten oder an der Technik können spürbare Einsparungen bringen.
Tipps & Ratschläge
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- Raumtemperatur leicht reduzieren. Bereits eine geringe Absenkung der Raumtemperatur kann den Energieverbrauch deutlich senken. In Wohnräumen gelten etwa 20 °C als angenehm, während Schlafzimmer oft mit 16–18 °C auskommen. Jeder zusätzliche Grad mehr erhöht den Heizbedarf und damit auch den Gasverbrauch.
- Heizkörper regelmäßig entlüften. Wenn sich Luft in den Heizkörpern befindet, kann sich die Wärme nicht mehr gleichmäßig verteilen. Die Heizung muss dann länger laufen, um die gewünschte Temperatur zu erreichen. Durch regelmäßiges Entlüften wird die volle Heizleistung wiederhergestellt, was nicht nur den Komfort verbessert, sondern auch Energie spart.
- Thermostate richtig einstellen. Thermostate helfen dabei, die Raumtemperatur automatisch zu regeln. Richtig eingestellt sorgen sie dafür, dass nur so viel Energie verwendet wird, wie tatsächlich benötigt wird. Besonders sinnvoll ist es, die Heizstufen an den tatsächlichen Bedarf anzupassen und Räume nicht unnötig durchgehend zu heizen.
- Stoßlüften statt dauerhaft gekippter Fenster. Viele Menschen lassen Fenster über längere Zeit gekippt, wodurch ständig Wärme verloren geht. Effektiver ist das sogenannte Stoßlüften. So wird die Luft schnell ausgetauscht, ohne dass Wände und Möbel auskühlen.
- Heizungsanlage regelmäßig warten lassen. Eine schlecht gewartete Heizung arbeitet oft ineffizient und verbraucht unnötig viel Gas. Regelmäßige Wartungen sorgen dafür, dass alle Bauteile optimal funktionieren, der Brenner sauber arbeitet und die Anlage richtig eingestellt ist. Dadurch kann der Energieverbrauch reduziert und gleichzeitig die Lebensdauer der Heizung verlängert werden.
- Gebäude energetisch sanieren. Langfristig bietet die energetische Sanierung die größten Potenziale. Dazu gehören Maßnahmen wie die Dämmung von Dach, der Austausch alter Fenster oder die Modernisierung der Technik. Zwar sind diese Maßnahmen mit Kosten verbunden, sie können den Gasverbrauch jedoch dauerhaft senken.
Viele dieser Maßnahmen lassen sich sofort im Alltag umsetzen, ohne große Kosten oder Aufwand. Besonders in Kombination entfalten sie eine starke Wirkung und helfen dabei, Heizkosten dauerhaft zu reduzieren.
