Primavolt Magazin

Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe?

von Markus Müller | Okt. 23, 2026

Eine Wärmepumpe kann ein Haus zuverlässig beheizen und dabei den Verbrauch fossiler Energien deutlich senken. Aber wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe?

Sie nutzt Wärme, die bereits in ihrer Umgebung vorhanden ist. Diese kann aus der Außenluft, dem Erdreich oder dem Grundwasser stammen. Die Anlage hebt deren Temperaturniveau so weit an, dass sich damit Räume beheizen lassen. Viele Anlagen übernehmen zusätzlich die Warmwasserbereitung.

Das Grundprinzip ist ähnlich dem eines Kühlschranks: Er entzieht seinem Innenraum Wärme und gibt sie nach außen ab. Bei der Heizung wird die abgegebene Wärme jedoch gezielt für das Gebäude genutzt. Dazu benötigt die übliche elektrische Wärmepumpe Strom, insbesondere für den Verdichter.

 

Wie funktioniert eine Wärmepumpe?

Im Inneren zirkuliert ein Kältemittel, das auf die jeweilige Anlage abgestimmt ist. Im Verdampfer nimmt es Umweltwärme auf und verdampft dabei. Anschließend verdichtet ein Kompressor das gasförmige Kältemittel – dadurch steigen Druck und Temperatur.

Im nächsten Schritt gibt das heiße Kältemittel seine Wärme über einen Wärmetauscher an das Heizungswasser ab und wird dabei wieder flüssig. Ein Expansionsventil senkt den Druck anschließend. Das Kältemittel kühlt ab und kann erneut Wärme aus der Umgebung aufnehmen. Dieser geschlossene Prozess wiederholt sich fortlaufend.

Je größer der Temperaturunterschied zwischen Wärmequelle und benötigtem Heizwasser ist, desto mehr Arbeit muss die Wärmepumpe leisten. Deshalb sind eine vergleichsweise warme Quelle und niedrige Temperaturen von Vorteil. Das erklärt auch, weshalb zwei äußerlich ähnliche Anlagen in unterschiedlichen Häusern einen deutlich verschiedenen Stromverbrauch haben können.

 

Arten von Wärmepumpen

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe entzieht der Außenluft Wärme und überträgt diese auf einen Heizwasserkreislauf. Sie benötigt keinen Erdkollektor, dafür aber einen geeigneten Platz für die Luftführung bzw. das Außengerät. Ihre Bedingungen verändern sich mit dem Wetter.

Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe nutzt das Erdreich. Dafür werden beispielsweise Erdsonden oder flächig verlegte Kollektoren genutzt. Die vergleichsweise gleichmäßigen Temperaturen sind vorteilhaft. Die Erschließung bringt allerdings zusätzliche Arbeiten und Kosten mit sich, zudem müssen die örtlichen Möglichkeiten geprüft werden.

Eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe nutzt Grundwasser. Dafür müssen unter anderem die Wassermenge, die Wasserbeschaffenheit und die Zulässigkeit der Nutzung stimmen. Sie kommt deshalb längst nicht für jedes Grundstück infrage.

Daneben gibt es Luft-Luft-Wärmepumpen. Sie erwärmen die Raumluft direkt und benötigen dafür keinen Heizwasserkreislauf. Ihre Eignung hängt von der Raumaufteilung und der Luftverteilung ab. Für die Warmwasserbereitung ist bei üblichen Luft-Luft-Systemen eine separate Lösung erforderlich.

 

Warum sind niedrige Heiztemperaturen so wichtig?

Die Vorlauftemperatur gibt an, wie warm das Wasser ist, das zu den Heizkörpern oder Heizflächen strömt. Für die Wärmepumpe macht es einen großen Unterschied, ob sie 35 oder 65 Grad bereitstellen muss. Grundsätzlich sind die Bedingungen für einen effizienten Betrieb umso günstiger, je niedriger die notwendige Temperatur ist.

Fußbodenheizungen bieten dafür gute Voraussetzungen. Aufgrund ihrer großen Fläche können sie auch mit relativ mildem Heizwasser ausreichend Wärme an den Raum abgeben. Eine Fußbodenheizung ist allerdings keine zwingende Voraussetzung. Auch ausreichend große Heizkörper können ein Haus bei niedrigen Vorlauftemperaturen warm halten.

Die Verbraucherzentralen nennen eine ganzjährig unter 55 Grad liegende Temperatur als hilfreiche Faustregel für die Eignung eines Gebäudes. Diese Zahl ist jedoch keine harte technische Grenze. Oberhalb dieser Temperatur verschlechtert sich die Ausgangslage und die konkrete Auslegung wird besonders wichtig. Ein Gerät, das hohe Temperaturen erreichen kann, arbeitet bei diesen Temperaturen nicht automatisch sparsam.

Für die Planung ist deshalb entscheidend, welche Temperatur tatsächlich benötigt wird. Eine hohe Einstellung am alten Heizkessel allein beweist noch keinen hohen Bedarf. Möglicherweise wurde die Regelung seit Jahren nicht angepasst oder einzelne Heizkörper begrenzen die Leistung des gesamten Systems.

 

Wann sich die Wärmepumpe finanziell lohnt

Ob eine Wärmepumpe günstiger heizt als ein Gaskessel, hängt vor allem vom Strom- und Gaspreis sowie von der Effizienz der Wärmepumpe ab. Der Preis einer Kilowattstunde Strom allein sagt wenig aus, da eine Wärmepumpe damit mehrere Kilowattstunden Wärme bereitstellen kann. Die Kosten hängen aber auch von Ihrem Stromtarif oder Gastarif ab.

 

Postleitzahl
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Personen im Haushalt
2 Personen
Muss eine Zahl sein
Jährlicher Verbrauch
kWh
Muss eine Zahl sein
Gutscheincode optional
 

 

Für eine Investitionsentscheidung sind weitere Posten zu berücksichtigen: Grundpreise, mögliche zusätzliche Zählerkosten, Wartungskosten und die Anschaffungskosten selbst. Eine jährliche Ersparnis sagt noch nichts darüber aus, wann sich eine höhere Anfangsinvestition bezahlt macht. Sinnvoll ist ein Vergleich über die geplante Nutzungsdauer mit mehreren Preis- und Effizienzszenarien.

 

Was kostet eine Wärmepumpe?

Der Gerätepreis ist nur ein Teil des Projekts. In die vollständige Rechnung fließen auch die Kosten für Installation, den Anschluss und gegebenenfalls die Erschließung der Wärmequelle ein. Je nach Gebäude können weitere Kosten für Heizkörper, Leitungen oder die Demontage der bisherigen Heizung entstehen.

Laut der Beratung der Verbraucherzentrale belaufen sich die Kosten für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe im Jahr 2026 auf rund 36000 Euro. Enthalten sind die Entsorgung der alten Heiztechnik und der betriebsfertige Anschluss. Dies ist ein Durchschnittswert für kleinere Wohngebäude und stellt keinen Festpreis für ein bestimmtes Haus dar.

Angebote lassen sich deshalb nur sinnvoll vergleichen, wenn sie denselben Leistungsumfang abdecken. Ein günstiger Gesamtbetrag kann wenig aussagen, wenn notwendige Nebenarbeiten fehlen. Ebenso verdient ein teures Angebot eine nachvollziehbare Erklärung: Welche Arbeiten sind erforderlich, welche optional und welche Annahmen bestimmen die Gerätegröße?

Staatliche Zuschüsse können den Eigenanteil deutlich reduzieren. In Deutschland fördert die KfW über das Programm 458 unter anderem den Einbau elektrisch angetriebener Wärmepumpen in bestehenden Wohngebäuden. Die Förderfähigkeit hängt von technischen und persönlichen Voraussetzungen sowie vom konkreten Vorhaben ab.

Für eine belastbare Kalkulation sind die zum Antragszeitpunkt gültigen Bedingungen maßgeblich. Auch die Reihenfolge von Antrag, Vertrag und Vorhabenbeginn muss zum Programm passen. Vor einer bindenden Beauftragung sollten diese Punkte geklärt sein. Ein im Internet genannter maximaler Fördersatz ist deshalb noch keine Zusage für das eigene Projekt.

 

Wie klimafreundlich die Technik ist

Die elektrische Wärmepumpe verbrennt am Gebäude weder Erdgas noch Heizöl. Trotzdem verursacht sie Umweltwirkungen, etwa durch ihre Herstellung und die Erzeugung des benötigten Stroms. Für die Klimabilanz sind daher sowohl der Strommix als auch die Effizienz im Betrieb relevant.

Im genannten Fraunhofer-Projekt lagen die für 2024 berechneten CO₂-Emissionen der untersuchten Wärmepumpen unter Berücksichtigung zeitlich veränderlicher Emissionen um 64 Prozent unter denen der verglichenen Erdgasheizungen. Diese Zahl gehört zur untersuchten Stichprobe und zur verwendeten Berechnungsmethode. Sie lässt sich nicht pauschal auf jede Installation übertragen.

Auch das Kältemittel verdient Aufmerksamkeit. Einige fluorierte Stoffe haben bei einer Freisetzung eine starke Treibhauswirkung. Eine Alternative ist beispielsweise Propan, das als R290 eingesetzt wird. Weil Propan brennbar ist, müssen die jeweiligen Vorgaben bei Planung und Aufstellung berücksichtigt werden.

Geräusche und Alltagstauglichkeit

Vor allem bei Luftwärmepumpen gehört der Aufstellort frühzeitig auf den Plan. Ventilator und Verdichter erzeugen Geräusche. Ob diese stören, hängt unter anderem von Abstand, Betriebszustand und der Umgebung ab.

Herstellerangaben ersetzen keine Beurteilung am tatsächlichen Standort. Auch Vibrationen sollten berücksichtigt werden. Eine sorgfältige Planung ist meist einfacher als eine nachträgliche Korrektur. Wer eine vergleichbare Anlage im Betrieb erlebt, erhält zudem einen anschaulicheren Eindruck als durch einen Zahlenwert auf dem Datenblatt.

Wann ein Einbau wenig sinnvoll sein kann

Schwierig wird es, wenn ein Gebäude dauerhaft sehr hohe Heiztemperaturen benötigt und sich das nur mit unverhältnismäßigem Aufwand ändern lässt. Dann kann die Wärmepumpe zwar technisch Wärme liefern, aber einen hohen Stromverbrauch verursachen. Eine verfügbare und wirtschaftlich attraktive Wärmenetzversorgung gehört in solchen Fällen ebenso auf den Prüfstand wie ein abgestimmter Sanierungsplan.

Auch der Zeitpunkt kann gegen einen sofortigen Einbau sprechen. Wer in Kürze Dach und Fassade sanieren will, sollte den später niedrigeren Wärmebedarf berücksichtigen. Sonst wird womöglich heute eine Anlage gekauft, die nach dem Umbau zu groß ist. Hohe Kosten oder eine kurze geplante Nutzungsdauer können die persönliche Rechnung ebenfalls verändern.

Eine Hybridanlage aus Wärmepumpe und vorhandenem Kessel kann unter bestimmten Bedingungen eine Übergangslösung sein. Sie bringt jedoch den Betrieb und die Betreuung zweier Systeme mit sich. Ob das sinnvoll ist, muss die Gesamtrechnung zeigen. Diese Abwägungen folgen aus den beschriebenen technischen und wirtschaftlichen Zusammenhängen; sie ersetzen die Berechnung für das konkrete Gebäude nicht.

 

Gute Planung endet nicht mit dem Einbau

Vor der Geräteauswahl sollte der Fachbetrieb die Heizlast ermitteln: die Leistung, die das Haus unter festgelegten kalten Bedingungen benötigt. Dazu gehört die Prüfung, welche Wärme die vorhandenen Heizflächen in den einzelnen Räumen abgeben können. Anschließend müssen unter anderem Wassermengen und Regelung zusammenpassen. Ein hydraulischer Abgleich stimmt die Wasserversorgung der Heizkörper auf deren Bedarf ab.

Nach der Inbetriebnahme lohnt die Kontrolle von Stromverbrauch und abgegebener Wärme. Ein Wärmemengenzähler schafft dafür die Grundlage. Weicht die tatsächliche Jahresarbeitszahl deutlich von der Planung ab, lassen sich beispielsweise Einstellungen und Betriebsweise überprüfen. Die erste Heizperiode ist damit auch eine Gelegenheit, das Zusammenspiel von Haus und Anlage zu verbessern.

Für viele Gebäude ist die Wärmepumpe eine überzeugende Möglichkeit, mit weniger fossiler Energie zu heizen. Ihre Eignung zeigt sich an überprüfbaren Größen: Wärmebedarf, Heiztemperaturen, erwarteter Stromverbrauch und vollständige Projektkosten. Wer diese Werte kennt, kann eine Entscheidung treffen, die auch nach dem ersten Winter noch trägt.

 

FAQ

Ist die Pumpe auch für einen Altbau ohne Fußbodenheizung geeignet?

Ja, auch ein Altbau mit Heizkörpern kann geeignet sein. Entscheidend ist, ob die Heizflächen das Haus mit möglichst niedrigen Vorlauftemperaturen ausreichend erwärmen. Häufig helfen größere Heizkörper oder eine bessere Einstellung der Anlage. Ob zusätzliche Dämmung sinnvoll ist, sollte eine fachliche Prüfung klären.

Ist das Heizen mit einer Wärmepumpe günstiger als mit Gas?

Das hängt vor allem von der Effizienz und den jeweiligen Energiepreisen ab. Bei einer Jahresarbeitszahl von vier liefert die Wärmepumpe mit einer Kilowattstunde Strom vier Kilowattstunden Wärme. Für einen fairen Vergleich zählen außerdem Anschaffung, Förderung, Wartung und Finanzierungskosten. Eine pauschale Spargarantie gibt es deshalb nicht.

Funktioniert es auch bei Minusgraden?

Ja. Auch frostige Außenluft enthält nutzbare Wärme. Eine passend ausgelegte Luft-Wasser-Wärmepumpe kann damit heizen, allerdings sinkt bei Kälte ihre Effizienz. Bei Bedarf unterstützt ein elektrischer Heizstab. Entscheidend ist, dass dessen Einsatz zur Planung passt und nicht unerwartet hohe Stromkosten verursacht.

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